Deutsche Unternehmen liebäugeln mit Cloud Computing


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Das Analysehaus Techconsult hat über 120 IT-Entscheider  deutscher Unternehmen nach ihren Cloud-Plänen gefragt. Ergebnis: 31 Prozent sehen die IT aus der Wolke positiv und 69 Prozent stehen dem Paradigma skeptisch gegenüber. Besonders ihre Anforderungen an die Sicherheit lassen sie noch vor der Cloud zurückschrecken. Techconsult hat einige wesentliche Ergebnisse der Studie in einer Mitteilung zusammengefasst, die wir an dieser Stelle weitgehend unverändert veröffentlichen.

Cloud Computing bewegt derzeit den IT-/TK-Markt so stark wie kaum ein anderes Thema. Zahlreiche Anbieter haben bereits Lösungen für die Nutzung von Software und IT-Infrastruktur über das Internet auf den Markt gebracht bzw. angekündigt. Für diesen neuen Markt stellt sich die Frage, in welche Richtung er sich zukünftig entwickeln wird und wie er anzusprechen ist. Daher hat Techconsult in Zusammenarbeit mit dem BITKOM (Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V.) eine Studie speziell in Hinblick auf den deutschen Unternehmenskundenmarkt initiiert, die von Accenture, Beta Systems, Deutsche Telekom, Fujitsu, Google und SAPERION unterstützt wurde.

Für die Erzeugung der Datenbasis der Studie führte Techconsult eine Befragung von 124 IT-Entscheidern in deutschen Unternehmen und Organisationen ab 20 Mitarbeitern durch. Im Gegensatz zu vielen anderen Studien richtete sich dabei das Interesse insbesondere auch auf diejenigen Unternehmen, die bisher kein explizites Interesse an Cloud Computing äußern. Denn wie die Erfahrung zeigt, erlebten zahlreiche Technologien, die in der frühen Marktphase mehrheitlich abgelehnt wurden, später eine starke Nachfrage (beispielsweise Voice over IP und UMTS).

40 Prozent der Unternehmen sind mit Belastungsspitzen konfrontiert

In der Befragung gaben 9% der IT-Entscheider an, dass ihr Unternehmen Cloud Computing bereits nutzt. Knapp 1% testen derzeit, fast 3% signalisieren konkrete Planungen und 19% äußern grundsätzliches Interesse. Also zeigt immerhin fast jedes dritte Unternehmen bereits eine Affinität zu Services aus der Cloud. Auf der anderen Seite bleibt aber eine Mehrheit von 69%, die Cloud Computing (noch) ablehnend gegenübersteht. Dabei zeigt die nähere Sicht, dass ein großer Teil der Unternehmen und Organisationen in Deutschland mit Herausforderungen konfrontiert ist, die sich mit Cloud Computing zielgerichtet lösen lassen.

Bedürfnisse und Motive

So sind fast 40% der Unternehmen mit Belastungsspitzen in ihrem Geschäftsverlaufs konfrontiert, die deutlich über der Normalauslastung liegen. In jedem vierten Unternehmen reicht das IT-Budget nicht für die eigentlich notwendigen Investitionen. Und sogar 60% benötigen für die Einführung neuer IT-Lösungen in der Regel externes Know-how.
Und wie sich zeigt, sind dies auch entscheidende Faktoren, die Unternehmen dazu bewegen, sich Cloud Computing zuzuwenden bzw. sich dafür zu entscheiden.

Betrachtet man speziell die Unternehmen mit Affinität zu Cloud Computing, die sich also bereits für diese Lösung entschieden haben oder Interesse zeigen, lässt sich eine gewisse Analogie feststellen. Zwei Drittel äußerten, dass sie sich für Cloud Computing entscheiden (würden), weil sie damit einen Flexibilitätsgewinn erzielen können, jeweils rund 60% neigen Cloud Computing aufgrund geringerer Kapitalbindung bzw. niedrigeren IT-Kosten zu. Fast drei Viertel heben den geringen Administrationsaufwand, fast 40% das geringe benötigte IT-Know-how sowie zwei Drittel die schnelle Einführung neuer IT-Lösungen hervor. Darüber hinaus bewirken die allgegenwärtige Verfügbarkeit von jedem Ort mit Internetanschluss (90%) sowie die Nutzungsmöglichkeit innovativer Technologien die Hinwendung zu Cloud Computing.

Besonderes Interesse an Software-Lösungen

Cloud Computing umfasst verschiedene IT-Lösungen, die über das Internet genutzt werden können. Im wesentlichen splitten sich die Lösungen in Anwendungen (Software as a Service) und Infrastruktur (z.B. Storage- und Serverkapazitäten) auf. Das Interesse der potenziellen Anwender ist dabei besonders auf Software-Lösungen bezogen, die auch bisher schon stark verbreitet sind, wie beispielsweise Office-Programme und Security-Lösungen.
Ähnlich hohes Interesse finden auch Server- und Storage-Kapazitäten. Hinsichtlich der Daten, welche die Unternehmen den externen Prozessoren und Speichermedien anvertrauen würden, zeigen sich durchaus Unterschiede: Vor allem Daten wie E-Mails und Marketing-Informationen würden ausgelagert werden. Hinsichtlich sensibler Personal- und Kundendaten ist man aber deutlich zurückhaltender. Nur 2% würden sämtliche Unternehmensdaten der Cloud anvertrauen.

Große Vorbehalte in Sachen Sicherheit

Dieses Resultat zeigt, dass sich Cloud Computing durchaus verbreiteten Bedenken gegenüber sieht. Dies unterstreichen auch die expliziten Ablehnungsgründe. Dabei nennen die Skeptiker ein Bouquet verschiedener Faktoren, allen voran Sicherheitsbedenken (77%). Daneben bewirken besonders die Abgabe von Kontrolle, das Gefühl von Abhängigkeit und grundsätzliche Erwägungen sowie rechtliche Aspekte eine zurückhaltende Einstellung.
Diese Bedenken sind ernst zu nehmen, denn immerhin gibt fast jedes dritte Unternehmen an, aufgrund von Sicherheitsbedenken schon einmal auf eine IT-Lösung verzichtet zu haben. Gleichzeitig lohnt sich aber auch eine nähere Betrachtung der Ablehnungsgründe. Denn unter den Unternehmen, die gegenüber Cloud Computing Sicherheitsbedenken oder Probleme mit der Abgabe von Daten und Kontrolle haben, vertraut eine deutliche Mehrheit sogar ihre Finanzmittel dem Internet an: 80% nutzen Online-Banking, fast 40% kaufen im Web unter Angabe der Kreditkarten-Nummer ein. Jede dritte Firma in dieser Gruppe nutzt darüber hinaus gehostete E-Mail-Postfächer, rund 40% sonstige gehostete IT-Lösungen oder Daten.
Ausblick

Skeptiker können Kunden von morgen sein

Es lässt sich also davon ausgehen, dass viele der heutigen Skeptiker Kunden von morgen sein werden. Zusammenfassend betrachtet, besteht also kein Grund, das firmeninterne Rechenzentrum bereits totzusagen, aber genauso wenig darf Cloud Computing als reiner Hype abgestempelt werden. Vielmehr werden sich selektive, gemischte Modelle aus interner und Cloud-IT durchsetzen. Techconsult prognostiziert einen Ausgabenanstieg der deutschen Unternehmen für Cloud- Computing-Dienste von 285 Mio. Euro im Jahr 2009 auf 564 Mio. Euro im Jahr 2011.

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